Mittwoch, 28. Oktober 2020

[Rezension] Don't love me

Autorin: Lena Kiefer

Titel: Don't love me (Band 1)

Verlag: cbj

Seiten: 432

Erscheinungsdatum: 12.10.2020

Preis: 12,90 € (Broschiert)

Klappentext:
"KENZIE ist nicht gerade begeistert davon, in den schottischen Highlands ihr Design-Praktikum zu absolvieren. Doch als sie bei ihrem ersten Auftrag dem jungen Erben der Luxushotelkette begegnet, ändert sich alles. Der attraktive Lyall fasziniert sie von der ersten Minute an. Doch welches Geheimnis verbirgt er hinter seinem abweisenden Verhalten?
LYALL bleibt ein Sommer, um sich am Stammsitz seiner altehrwürdigen Familie zu bewähren. Gelingt ihm das nicht, ist seine Zukunft in Gefahr. Als er der Designstudentin Kenzie begegnet, gerät sein Plan ins Wanken. Denn ihrer Anziehungskraft kann er einfach nicht widerstehen. Doch keiner weiß besser als er, wie verhängnisvoll eine Beziehung zu ihm für sie enden könnte."

Meine Meinung:

Von Lena Kiefer habe ich bisher noch nichts gelesen, obwohl ich den Auftaktband der Ophelia Scale-Reihe im Regal stehen habe. Durch die vielen positiven Meinungen, war ich nun gespannt darauf, ein Buch von ihr zu lesen.

Die New Adult-Geschichte zeichnet sich dadurch aus, dass sie mal nicht in Amerika und an einem College spielt, sondern in den schottischen Highlands. Die Autorin konnte mich schon von diesen Beschreibungen gefangen nehmen.

Zuerst lernt man Kenzie etwas kennen, die mit ihren Vater und ihren Geschwister zusammenlebt. Als Familie mussten sie schon einen Schicksalsschlag hinnehmen. Deshalb fällt es Kenzie anfangs schwer, ihre Familie zu verlassen. Dennoch ist das Praktikum in Schottland für sie eine Chance für ihre weitere Zukunft.
Kenzie ist hilfsbereit, kreativ, immer für ihre Familie da und gibt sich sehr tough.

Lyall kehrt für den Sommer nach Schottland zurück, um vor allem seiner Familie gerecht zu werden und seinen Ruf wieder herzustellen. Seine Aufenthalt ist zudem an einige Bedingungen geknüpft, um seine Zukunft in der Familie zu sichern. Am bestern wäre es natürlich sich dabei nicht zu verlieben.
Lyall ist trotz seines dunklen Geheimnisses ein starker Charakter. Trotz reicher Familie ist er ein bodenständiger Typ und nicht abgehoben. Er möchte etwas in seiner Familie verändern und muss sich durch viele Voruteile kämpfen.

Als Kenzie und Lyall aufeiander treffen, spürt man sofort die Funken sprühen. Fortan treffen sie sich immer wieder, schon allein durch das Praktikum im Hotel. Aber auch private Begegnungen bleiben nicht aus. Kenzie lernt dabei auch eine andere Seite von Lyall kennen, anders als die Gerüchte über ihn aussagen. Dennoch werden ihre Gefühle und Zuneigung von Lyall's Vergangenheit überschattet.

Kenzie und Lyall haben mir als Charaktere sehr gut gefallen. Sie harmonieren toll zusammen, sodass sich das Knistern zwischen ihnen durch die ganzen Geschichte zieht. Ich habe immer wieder mit den beiden mitgefiebert. Und man verliebt sich ein Stück weit mit in Lyall.
Aber auch die anderen Charakter konnte die Autorin gut beschreiben. Sie fügen sich gut mit in die Handlungen ein und wachsen einen zudem ans Herz, besonders Finlay und Edina.

Der Schreibstil der Autorin war für mich leicht zu lesen. Die Geschichte bekam dadurch einen guten Lesefluss. Die Dialoge waren detailreich und stimmig gestaltet. Aber auch die Gegenden waren anschaulich beschrieben. Es wirkte alles stimmungsvoll und atmosphärisch. Dadurch, dass die Geschichte aus beiden Perspektiven geschrieben ist, wirkte diese nochmals authentischer. Man konnte sich in beide Charaktere sehr gut hineinversetzen. Auch konnte mich die Autorin auf emotionaler Ebene mit ihren Worten erreichen.

Manchmal wurde mir nur etwas zu viel Drama um das Geheimnis von Lyall gemacht. Man hat lange gewartet, bis man mehr darüber erfährt. Dennoch hat es die Spannung erhöht, da man immer wieder mitgerätselt hat, was nun wirklich passiert ist.
Es geht zudem nicht nur um die Vergangenheit von Lyall, sondern auch viel um die Familie von ihm. Da es bei ihnen viele Bedingungen und auch einige Geheimnisse sowie Intrigen gibt, ist das Familienleben rund um die Luxushotels und das Fortbestehen eines guten Rufes kein leichtes und somit bewegend beschrieben.

Die Geschichte ist zwar typisch New Adult und vieles auch nicht neu, aber dennoch konnte sie mich insgesamt fesseln. Ich wollte immer wissen, wie es zwischen den beiden weitergeht. Zudem gab es einige Sachen, die unerwartet waren und somit spannend erzählt wurden. Die Handlungen hatten Tiefgang und wurden auf Augenhöhe erzählt. Man konnte sich sehr gut in die Situationen hineinversetzen.
Zum Schluss wurde es auch noch mal aufregend. Erst schwierig und dann Freude bis man wieder sprachlos zurückgelassen wurde. Ich bin total gespannt auf die Fortsetzung. Ich möchte am liebsten sofort wissen, wie es weitergeht. Ich vermisse jetzt schon die schottischen Highlands sowie Kenzie und Lyall.

Fazit:
Die Autorin hat eine tiefgreifende und gefühlvolle Geschichte geschaffen, die mich mitreißen konnte. Dramatik, Emotionen, Leidenschaft, Intrigen, Geheimnisse...gepaart mit wundervollen Charaktere machen die Geschichte aus. Sie sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Zudem ist die Kulisse, wo die Handlung spielt, atemberaubend schön beschrieben. Man wird regelrecht verzaubert von den Charakteren und den schottischen Highlands. Aber zum Ende hin wird man sprachlos zurückgelassen, sodass man spannungsvoll auf die Fortsetzung wartet.

Bewertung: 5 / 5

Vielen Dank an den cbj-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Sonntag, 25. Oktober 2020

[Rezension] Blue Sky Black - Ohne Dunkelheit keine Sterne

Autorin: Johanna Danninger

Titel: Blue Sky Black - Ohne Dunkelheit keine Sterne

Verlag: Carlsen

Seiten: 384

Erscheinungsdatum: 03.09.2020

Preis: 14,00 € (Broschiert)

Klappentext:
"In Milas Leben ist nichts mehr so, wie es früher war. Durch eine Reihe von Naturkatastrophen ist die Welt zu einem feindlichen Ort geworden und Mila muss in ihrer neuen Heimat Kanada allein für sich sorgen. Wo sie hinschaut, gibt es keine Hoffnung mehr. Bis eines Tages ein junger Mann in ihr Leben tritt und alles verändert. Doch es stellt sich heraus, dass er nicht der ist, der er zu sein vorgibt. Und dass nur sie beide die Welt – und einander – retten können …"

Meine Meinung:

Durch positive Meinungen bin ich auf die Dystopie aufmerksam geworden. Dann war das Buch auch noch in einer Buchbox enthalten. Bei Dystopien kann ich nicht nein sagen. Ich musste einfach mal wieder eine lesen.

Das Buch beginnt mit einer Naturkatastrophe, wo die Protagonistin Mila danach fast auf sich alleine gestellt ist. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Statt Großstadtleben gibt es nun Einöde mit kaum Ressourcen. Es ist ein ständiger Überlebenskampf. Außerhalb gibt es noch einige Safetowns, die von der Regierung gut versorgt werden. Aber nicht alle können dort leben.
Als eines Tages ein junger Mann verletzt bei Mila auftaucht, wird ihr Leben nochmals auf den Kopf gestellt. Aber ist er der, der er vorgibt zu sein? Was hat die Regierung wirklich vor? Wer stellt sich mit auf ihre Seite?

Zu Anfang war ich richtig gefesselt in der dystopischen Welt, die drückend und eingehend beschrieben wurde. Man erlebt durch Mila das Geschehen hautnah mit. Ihre Erinnerungen an die Vergangenheit, aber auch ihre Gefühle in der Gegenwart wurden gut herübergebracht. Mila verändert sich und entwickelt sich über sich hinaus, was mir gut gefallen hat. Zudem riskiert sie etwas, um anderen zu helfen. Auch als Logan in ihr Leben tritt, ist ihre Hilfsbereitschaft groß. Nach und nach verspürt sie eine Zuneigung zu ihm. Ab da verändert sich die Geschichte nochmals. Man erfährt noch einiges mehr über die Machenschaften der Regierung und was noch geplant ist, wo sich Mila in unmittelbare Gefahr begibt.

Die Autorin konnte mich mit ihren lockeren Schreibstil überzeugen. Die Kulissen wurden anschaulich beschrieben, aber auch die drückende und düstere Atmosphäre kommt immer wieder zum Vorschein. Man wird von der dystopischen Welt gefangen genommen.

An sich hat mir die Dystopie gut gefallen und vor allem die Idee dahinter war nachvollziehbar. Die Entwicklung der Geschichte, die noch mal in eine andere Richtung geht und noch weitere dystopische Elemente hervorbringt, war überzeugend. Die dort auch mit Spannung und überraschenden Wendungen einhergeht. Dennoch gingen mir manche Entwicklungen zu schnell und es war zu viel auf einmal. Die Geschichte hätte Potenzial gehabt noch mehr in die Tiefe zu gehen. Es gab zu viele Elemente, die beschrieben wurden, aber es konnten nicht alle bis ins Detail abgehandelt werden.
Zudem ging mir auch die Liebesgeschichte etwas zu schnell. Ich konnte schon verstehen, warum sie sich zueinander hingezogen fühlen, aber dennoch waren die großen Gefühle nicht spürbar. Obwohl die Liebesgeschichte für den Fortgang der Geschichte von Wichtigkeit gewesen ist, wirkte sie etwas erzwungen, aber vielleicht gerade deshalb. Auch dadurch gingen einige Charakterzüge der Protagonisten verloren. Mila und Logan waren anfangs für mich ausdrucksstarke Personen, besonders Logan, aber dadurch entwickeln sie sich in manchen Situationen in eine kitschige Richtung weiter.

Die Nebencharaktere haben mir gut gefallen. Sie sind rund um Mila und Logan eine gut zusammengewürfelte Truppe, die im Verlauf einiges zusammen bewirken.

In dieser Dystopie geht es um Naturkatastrophen, Überbevölkerung, Ressourcenschonung, Genmutation und auch Machenschaften der Regierung, die realitätsnah beschrieben wurden. Sie regen mitunter zum Nachdenken an. Aber manches wäre erschreckend, wenn es wirklich so passieren würde.
Die Themen kamen immer wieder beim Lesen hervor, jedoch gingen sie nicht bis ins kleinste Detail. Zudem stand stellenweise die Liebesgeschichte mehr im Vordergrund.

Fazit:
Die Grundidee der dystopischen Welt, deren im Verlauf weitere Elemente hinzugefügt werden, hat mir gut gefallen. Die Kulissen wurden anschaulich beschrieben. Es werden wichtige Themen behandelt, jedoch wird manches zu kurz dargestellt und schnell zusammengefasst. Die Liebesgeschichte kam bei mir zudem nicht richtig an. Auch diese ging zu schnell und sie war somit von den Gefühlen her kaum spürbar.
Vieles ist zwar nachvollziehbar und gut in die Geschichte eingebracht, sowie auch spannungsvolle Momente, aber es gab trotzdem immer zu schnell eine Lösung. Dennoch sorgt die Dystopie für gute Unterhaltung und regt stellenweise zum Nachdenken an.

Bewertung: 3+ / 5

Sonntag, 18. Oktober 2020

[Rezension] Ezlyn - Im Zeichen der Seherin

Autorin: Karolyn Ciseau

Titel: Ezlyn - Im Zeichen der Seherin

Verlag: Carlsen

Seiten: 384

Erscheinungsdatum: 05.03.2020

Preis: 14,00 € (Broschiert)

Klappentext:
"Ezlyn hat eine besondere Gabe, sie kann das Ende eines jeden Menschen voraussehen. Tag und Nacht verfolgen sie die schrecklichen Bilder ihrer Visionen. Und eine hat sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis eingebrannt: ihr eigener Tod, verursacht durch die Hand eines Schattenkriegers. Einer jener Männer, die bekannt und gefürchtet sind für ihre Fähigkeit, durch bloße Berührung Leben zu nehmen. Als Ezlyn schließlich in den Dienst einer reichen Adelsfamilie tritt, führt ihr Schicksal sie ausgerechnet an die Seite eines solchen Schattenkriegers. Der schweigsame und unnahbare Dorian könnte der sein, der ihr den Tod bringt – und dennoch bewegt er ihr Herz wie kein anderer ..."

Meine Meinung:

Die Idee, den Tod vorauszusehen und die Fähigkeit durch Berührung ein Leben zu nehmen, fand ich faszinierend. Natürlich war ich gespannt darauf, wie die Autorin dies mit etwas Romantik als Beigabe umgesetzt hat.

Elzyn ist eine Todesseherin, die den Tod eines anderen Menschen voraussehen kann. Die Gabe ist besonders hilfreich für den Adel, um sie vor den Tod zu bewahren. So kommt es, dass die Todesseherinnen dem Adel verpflichtet werden und nicht wieder in das Kloster zurückkehren, wo sie erzogen und ausgebildet wurden. Aber auch untereinander dürfen sie sich nicht wieder treffen. Zudem gibt es noch sogenannte Schattenkrieger, die durch bloße Berührung den Tod eines Menschen bringen können.
Genau auf so einen Schattenkrieger trifft Ezlyn, als sie auf den Hof von Malachi eintrifft. Bringt er ihr den Tod oder steckt noch mehr dahinter?

Mit Ezlyn wurde ich gleich warm. Ihr Denken und auch ihre Zweifel konnte ich gut nachvollziehen. Besonders ihre Zweifel gegenüber Malachi waren verständlich. Ich hätte auch nicht gewusst, ob ich ihm vertrauen könnte oder nicht, ob er Freund oder Feind ist.
Zudem macht sie eine tolle Wandlung durch. Anfangs noch etwas leichtgläubig entwickelt sie ihren Eigensinn. Ihre kämpferische und rebellische Ader kommt immer mehr zum Vorschein.
Aber auch von Dorian war ich gleich fasziniert. Er strahlte etwas geheimnivolles und dunkles aus, aber dennoch konnte man spüren, dass er etwas gutes in sich trägt, obwohl er ein Schattenkrieger bzw. Mörder ist.
Die Autorin hat Charaktere erschaffen, die vielschichtig sind und sich immer wieder weiterentwickeln. Man erlebt durch sie die Geschichte hautnah und außerdem ein Wechselbad der Gefühle.

Der Schreibstil der Autorin konnte mich mitreißen und an die Seiten fesseln. Außerdem wurde das Setting sehr schön gewählt. Es hat etwas mittelalterliches und verganges, was mir sehr gut gefallen hat. Mit der Kombination aus Fantasy ist es eine tolle Kulisse. Aber auch die ganzen Handlungen wurden lebendig beschrieben. Ich konnte mich sehr gut in die Geschehnisse hineinversetzen und die Kulissen mir bildlich vorstellen.
Zudem wurden die Gefühle von Ezlyn durch die Geschichte transportiert. Zuneigung, Zweifel, Liebe, Vertrauen und Rache konnte man immer wieder spüren.

Etwas Romantik fügt die Autorin sehr gut mit in die Geschichte ein. So war die Zuneigung bzw. waren die Gefühle, die Ezlyn verspürt, immer wieder präsent, aber dennoch war die Liebesbeziehung nicht vordergründig. Hier bekommt man auch noch zum Ende eine nicht vorhersehbare Wendung präsentiert.

Die Geschichte verbirgt noch viel mehr, als man am Anfang denkt. Die Rollen sind klar verteilt, aber doch wird im Untergrund noch eine kleine Rebellion gegen den Adel gesponnen. Die Geschichte geht dadurch noch mehr in die Tiefe und man bekommt überraschende Wendungen. Die Autorin ließ sich immer wieder etwas einfallen, damit die Spannung aufrechterhalten wird. Die Handlungen sind somit facettenreich gestaltet. Ezlyn muss zwischen Lüge und Wahrheit entscheiden, zwischen den Adel und den Armen wählen, aber auch zwischen Vertrauen und Verlust.

Das Ende wurde zudem spannend und unvorsehbar gehalten. Als sich die Lage immer mehr zuspitzt, war das Ende für mich schon fast greifbar. Aber dann wurde nochmals eine unerwartete Wendung eingebaut, die mich überraschen konnte. Die Geschichte bekommt dadurch eine unverhoffte, aber sehr gute und schöne Auflösung.

Fazit:
Eine schöne Fantasy-Geschichte, die mich von Anfang an fesseln konnte. Die Idee, den Tod vorauszusehen, fand ich faszinierend. Aber auch Ezlyn und Dorian waren für mich sehr tolle Charaktere, die der Geschichte Leben eingehaucht haben. Die Autorin verlieh den Handlungen auch etwas gefühlvolles, sodass diese mich immer wieder mitreißen konnten. Aber auch unvorsehbare und überraschende Wendungen machen die Geschichte ereignisreich. Zudem durfte etwas Romantik nicht fehlen.

Bewertung: 5 / 5