Sonntag, 18. September 2022

[Rezension] Der Lotuskrieg 3 - Endsinger

Autor: Jay Kristoff

Titel: Der Lotuskrieg 3 - Endsinger

Verlag: Cross Cult

Seiten: 784

Erscheinungsdatum: 08.06.2022

Preis: 35,00 € (Hardcover)

Klappentext:
"Wie ein Lauffeuer breitet sich der Bürgerkrieg im Inselreich Shima aus. Da es der Lotusgilde nicht gelungen ist, die Kazumitsu-Dynastie zu retten, entfesselt sie ihre gefährlichste Schöpfung: einen mechanischen Giganten, den sie den Erdzerstörer nennen. Mit seiner Hilfe wollen sie das zerrüttete Reich unter das Joch der Angst zwingen. Die Gilde rüstet sich, gemeinsam mit dem Tiger-Clan und ihrer Marionette Daimyō Hirō, für die Schlacht um die absolute Herrschaft über die Inseln. Yukiko und Buruu sind gezwungen, die Führung der Kage-Rebellion zu übernehmen, neue Verbündete zu gewinnen und alte Freunde zusammenzurufen, um die Inseln gegen die Herren des Chis zu vereinen. Da tritt ein neuer Feind in den Krieg ein, der das Inselreich zu zerreißen droht, und es sieht so aus, als könnten die Sturmtänzerin und ihr Arashitora kaum genug Kraft aufbringen, in den Kampf zu ziehen – geschweige denn ihn zu gewinnen. Geheime Bündnisse innerhalb der Gilde ringen miteinander: Eine Seite strebt auf die Finsternis zu, die andere aufs Licht. Dann spaltet sich die Erde, und Armeen prallen aufeinander. Die Schlacht um ein Reich, das nur noch aus lebloser Asche besteht, bringt das letzte Geheimnis des Blutlotus ans Licht. Die Menschen Shimas müssen einer schrecklichen Wahrheit ins Gesicht sehen. Eine Mutter würde alles tun, um ihre Kinder bei sich zu behalten. Alles!"

Meine Meinung:

Achtung...evtl. Spoiler, da Band 3 einer Reihe.

Endlich konnte ich Band 3 lesen. Nach dem spannenden Band 2 war ich schon sehr neugierig auf das Finale.

Auch zu Beginn von Band 3 gab es wieder eine kleine Auffrischung der Charaktere. So wurde der Einstieg nicht so sehr erschwert, da es doch einige sind, mit denen man es in der Geschichte zu tun hat. Diese fand ich wieder sehr hilfreich und gelungen.

Dadurch wurde ich mitten in das Geschehen gerissen. Aber man merkte, dass hier auf das Finale hingesteuert wird, da es in den verschiedenen Handlungssträngen viel zu erzählen gab. Yukiko muss mit Buruu wieder einige Abenteuer bestreiten. Aber auch Kin macht sich für seine eigene Mission bereit, um die Gegner aufzuhalten. Hiro ist von Rache getrieben. Yoshi und Hana müssen auch ihren Weg finden. Dabei steuern sie alle auf eine weitaus größere Macht zu, die es aufzuhalten gilt.

Die Protagonisten haben sich wieder schnell in mein Herz geschlichen, vor allem Yukiko und Buruu bilden eine schöne Einheit. Aber auch Hana bekommt ihre Gefährtin. Die anderen Charaktere haben mir ebenso gefallen und finden ihren Weg in der Geschichte. Mit manchen bangt mehr mit als mit anderen. Wer ist Freund und Feind stellt sich ebenfalls im Laufe der Geschichte heraus. Es wurde dadurch immer Spannung erzeugt.

Das Setting, welches bildgewaltig und fulminant beschrieben ist, konnte mich auch wieder einnehmen. Ich konnte auch sogleich das Steampunk- und japanische Flair spüren. Man wird in eine Welt mit vielen Details gezogen. Das vorherrschende System sowie die morderne Technik mit ihren menschlichen Eigenschaften macht die Welt ebenso aus. Es wurde alles anschaulich hervorgebracht und beeindruckend gestaltet.

Der düstere Schreibstil des Autors konnte mich überzeugen. Außerdem ist dieser komplex und detailreich ausgestattet. Auch an Action und Spannung fehlte es dem Lesefluss nicht. Zudem bekommt man auch die Brutalität der Geschehnisse zu spüren, da diese nicht beschönigt werden. Man bekommt eine düstere und erbarmungslose Atmosphäre geboten.

Man merkt zwar, welche Beziehungen sich entwickeln, aber dennoch wird sich daran nicht groß aufgehalten. Der Kampf, um den Untergang der Welt aufzuhalten, ist wichtiger. Dabei muss man auch mit Verlusten klar kommen, was einen zum Teil wirklich traurig macht und man somit mit den Charakteren mitfühlt. Man bekommt somit die Trauer, den Verlust, die Verzweiflung und auch die Gesinnung auf Rache zu spüren.

Durch die verschiedenen Handlungen entstanden dennoch auch manchmal ein paar Längen. Die Handlungen wurden zwar ereignisreich gestaltet, aber manches vielleicht auch zu sehr ausgeschmückt. Dennoch steuert die Geschichte auf ein spannungsvolle Finale zu, welches auch noch einige kleine Wendungen beinhaltet.
Es wurde damit ein runder und gelungener Abschluss gefunden.

Insgesamt hat mir die Reihe sehr gut gefallen. Eine tolle und detailreiche Fantasywelt, die beeindruckend gestaltet wurde. Jay Kristoff hat sich dadurch mit zu meinem Lieblingsautoren in diesem Bereich gesellt. Weitere Bücher von ihm stehen bereits auf meiner Leseliste.

Fazit:
Die Geschichte steuert auf ein großes Finale zu, welches durch die verschiedenen Handlungsstränge ereignisreich und komplex gestaltet wurden. Manchmal entstehen zwar dadurch auch einige Längen, aber dennoch bekommt man durch die vielfältigen Charaktere viel Spannung und Dramatik geboten. Das Setting sowie die vielen Details konnten überzeugen. Man bekommt außerdem eine düstere Atmosphäre geboten. Es wird in dieser nichts beschönigt. Man muss mit Verlust, Tauer und daraus resultierender Rache klar kommen.
Insgesamt eine gelungene und tolle Fantasyreihe, die bildgewaltig und beeindruckend gestaltet wurde.

Bewertung: 4+ / 5

Sonntag, 11. September 2022

[Rezension] Shadow Land - Tödliche Wildnis

Werbung - Rezensionsexemplar

Autor: Rainer Wekwerth

Titel: Shadow Land - Tödliche Wildnis

Verlag: Planet! (Thienemann-Esslinger)

Seiten: 368

Erscheinungsdatum: 27.08.2022

Preis: 17,00 € (Broschiert)

Infos vom Verlag: Hier

Klappentext:
"2069, USA: Nach mehreren Katastrophen ist die Zivilisation am Abgrund, ein neuartiges Virus verwandelt Menschen in tödliche Bestien. Nur ein Ort ist noch vor ihnen sicher. Eine freie Stadt in Kalifornien, um die eine meterhohe Mauer errichtet wurde. In dieser Sicherheitszone lebt Kaia. Als sie den Auftrag erhält, hinter die Mauer zu gehen, glaubt sie, vorbereitet zu sein. Die Welt jedoch, in die sie eintaucht, ist fantastischer, schöner und gefährlicher als alles, was sie sich vorgestellt hat. Gleichzeitig entdeckt sie eine Wahrheit, die alles verändert!"

Meine Meinung:

Endlich mal wieder eine dystopische Geschichte, auf die schon in der Vorschau aufmerksam geworden bin. Außerdem habe ich schon andere Bücher des Autors gelesen, die mir gefallen haben. Daher habe ich mich gefreut, das Buch lesen zu dürfen.

Man wird gleich in das dystopische Setting geworfen. Eine Stadt, die sich abschottet und sich vor den Menschen, die durch ein Virus mutiert sind und in der Wildnis außerhalb der Mauern leben, schützt. Kaia lebt in dieser Stadt und arbeitet zum Schutz der Menschen. Als sie den Auftrag erhält, außerhalb der Mauern für Ordnung zu sorgen, entdeckt sich eine andere Welt. Eine Welt, die natürlich schön, aber von Gefahren geprägt ist. Außerdem kommt sie einigen Geheimnissen auf die Spur, mit denen sie nicht gerechnet hatte.

Durch die Vergangenheit und den jetzigen Umständen muss Kaia in dieser Welt klar kommen. Dadurch ist sie eher eine Einzelgängerin und hat dadurch wenig Vertraute. Dennoch fand ich sie sympathisch und authentisch dargestellt. Im Verlauf hinterfragt sie einiges. Somit ist bei ihr eine gute Entwicklung zu spüren.
Es gibt weitere vielfältige Charaktere in der Geschichte, die mir zwar auch gut gefallen haben, aber denen es durch die Schnelllebigkeit der Handlungen an Tiefe fehlte.

Die Geschichte schreitet schnell voran. So lernt man erst die dystopische Welt in der Stadt kennen, aber dann geht es auch schnell in die Wildnis. Man wird in eine natürliche Welt befördert, die einige Überraschungen bereithält. Aber dadurch sind die Geschehnisse auch abenteuerlich und teils gefährlich gestaltet. Es gibt somit Action und Spannung.

Dadurch ergibt sich ebenfalls ein rasanter und flüssiger Schreibstil. Aber auch bildlich konnte ich mir die Handlungen, vor allem das Leben in der Wildnis, sehr gut vorstellen.

Die Idee der Handlung und die versteckten Botschaften dahinter haben mir sehr gut gefallen. Auch wenn das Buch an sich eher als Jugenddystopie ausgelegt ist, regt es zum Nachdenken an und man kann sich einiges davon in die reale Welt mitnehmen.
An manchen Stellen wurde die Geschichte zu schnell abgehandelt. Aber das mag auch daran liegen, das es sich um einen Einzelband handelt. Es wurde daher nicht eine Fülle an Informationen bereitgestellt, sondern eine rasante Handlung präsentiert.
Dadurch konnte mich die eingebaute Liebesgeschichte auch nicht so recht überzeugen, da mir hier die Emotionen fehlten und ich die Verbindung nicht richtig nachvollziehen konnte. Für mich hätte diese nicht sein müssen. Die versteckten Botschaften und der natürliche Ursprung waren für die Handlungen ausreichend und konnten mich überzeugen.

Fazit:
Es handelt sich um eine Jugenddystopie, die zum Nachdenken anregt. Die Thematik und die versteckten Botschaften haben mir sehr gut gefallen. Aber durch die Schnelllebigkeit der Geschichte konnte fehlte es den Charakteren an Tiefe. Dennoch bekommt man Action und Nervenkitzel geboten. Die Liebesgeschichte hätte aber für mich nicht sein müssen.
Insgesamt ist es eine kurzweilige und rasante Geschichte, die sehr interessant und spannend gestaltet wurde.

Bewertung: 4- / 5

Vielen Dank an den Planet! (Thienemann-Esslinger-) Verlag für das Rezensionsexemplar.

Dienstag, 6. September 2022

[Rezension] Schattenthron - Erbin der Dunkelheit

Autorin: Beril Kehribar

Titel: Schattenthron - Erbin der Dunkelheit

Verlag: Carlsen

Seiten: 352

Erscheinungsdatum: 27.01.2022

Preis: 15,00 € (Broschiert)

Klappentext:
"Kaaya hat keine Vergangenheit, keine Erinnerungen, keine Familie. Nichts außer Arian, der sie einst von den Straßen geholt und bei sich aufgenommen hat. Doch bevor sie ihrem besten Freund sagen kann, was sie wirklich für ihn empfindet, wird seine Seele von einem Schattenelfen gestohlen und er bleibt als Hülle zurück. Um ihn zu retten, reist die 18-Jährige ins Reich der Schatten, wo sie sich inmitten eines uralten Krieges wiederfindet. Das, was Kaaya dort über sich erfährt, bringt alles ins Wanken, an das sie bisher geglaubt hat. Sie muss erkennen, dass sie niemandem mehr vertrauen kann, nicht einmal sich selbst und ihren eigenen Gefühlen – gerade wenn es um den mysteriösen Kronprinzen Ilias geht, der seine ganz persönliche Mission verfolgt …"

Meine Meinung:

Durch das wunderschöne Cover und den Farbschnitt bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Aber auch der Klappentext klang nach einer fantastischen Geschichte mit magischen Wesen.

In die Geschichte habe ich schnell hineingefunden. In kleinen Rückblenden erfährt man, wie sich Kaaya und Arian kennengelernt haben und dass er sie bei sich aufgenommen hat, da sie niemand anderes hatte. Seitdem verbringen sie ihre Zeit miteinander. Die Gefühle zueinander wurden dadurch auch immer mehr. Aber als sie es sich endlich eingestehen wollen, wird Arian von einem Schattenelf angegriffen. Dabei verliert er seine Seele und bleibt als Hülle zurück. Es gibt eine Möglichkeit ihn zu retten, aber dafür muss sich Kaaya ins Schattenreich begeben. Dabei trifft sie auf den Kronprinzen Illias, der um seine Seelenverwandte trauert. Außerdem kommt noch etwas anderes ans Tageslicht, was ihre Welt auf den Kopf stellt.

Mit Kaaya wurde eine gute Protagonistin geschaffen, die für ihren Liebsten kämpft. Dennoch ist sie auch etwas geheimnisvoll, da sie selbst nichts richtiges über ihre Vergangenheit weiß. Von Arian erfährt man an sich nicht so viel, aber da er Kaaya bei sich aufgenommen hat, weiß man seine Hilfsbereitschaft zu schätzen.
Auch weitere Charaktere werden mit in die Geschichte eingeführt, wie Luana, Prinz Illias und sein bester Freund Kian. Illias ist immer noch voll Trauer und Schmerz. Daher erscheint er eher unnahbar. Mit Kian kam in manchen Szenen bzw. Dialogen auch Humvor hinein.
Man lernt die Charaktere zwar durch die Geschehnisse etwas kennen, aber so richtig nahe kommt man ihnen nicht. Dennoch haben sie mir insgesamt gut gefallen.

Durch den lockeren und einfach gehaltenen Schreibstil konnte man der Geschichte gut folgen. Die Szenen konnten auch bildlich gut mithalten. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man Einblick in die Charaktere. Jedoch konnte ich nicht immer die Nähe zu diesen spüren, da dort etwas Tiefe fehlte.

Die geschaffene Welt sowie auch die parallele Schattenwelt konnten mich überzeugen. Auch die Idee mit den Schattenelfen und eine Verbindung mit seinem Seelenverwandten zu schaffen, hat mir gut gefallen. Die Geschichte ist dadurch vielfältig und fantasievoll gestaltet.
Man wird langsam in die zwei Welten geführt und es wird eine Verbindung zueinander hergestellt. Man erfährt außerdem mehr über die Hintergründe des Seelenraubes. Dadurch wurde die Geschichte auch zunehmend spannungsvoller gestaltet.
Auch vor manch einer Brutalität machen die Handlungen nicht halt. So haben die Charaktere mit einigen Situationen zu kämpfen, gerade was ihre Herkunft betrifft. Es wirkte überzeugend und nachvollziehbar.

Das Ende ist zudem aufregend gestaltet. Es wird noch etwas über Kaaya aufgedeckt, was ich zwar dann schon im Laufe der Geschichte bzw. in der Schattenwelt vermutet hatte, aber dennoch wurde es spannend dargestellt. Dadurch wird man auch neugierig auf die Fortsetzung gemacht und man möchte wissen, wie es nun mit Kaaya und der neuen Erkenntnis weitergeht.

Fazit:
Die Geschichte konnte mich mit der geschaffenen Welt und den magischen Wesen überzeugen. Die Idee mit den Schattenreich hat mir sehr gut gefallen. Die Handlungen wurden fantasievoll und vielfältig gestaltet. Es wurden außerdem verschiedenartige Charaktere geschaffen, die zu den Handlungen passten. Aber dennoch kam man ihnen nicht ganz nahe. Manches wurde dann doch zu schnell abgehandelt. Aber insgesamt wurde die Geschichte zunehmend spannender und man kommt den Hintergründen der Schattenwelt auf die Spur. Dadurch wurde viel Potenzial für eine aufregende Fortsetzung geschaffen.

Bewertung: 4 / 5