Montag, 27. April 2020

[Rezension] Ich fürchte mich nicht

Autorin: Tahereh Mafi

Titel: Ich fürchte mich nicht

Verlag: Goldmann

Seiten: 317

Erscheinungsdatum: 23.07.2012

Preis: 16,99 € (Hardcover)

Klappentext:
"Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ..."

Meine Meinung:

Über die Reihe habe ich schon viel positives gehört. Da ich außerdem gerne Dystopien lese, durfte diese nicht in meiner Sammlung fehlen. Aber auch magische Elemente spielen in dieser Geschichte eine Rolle, denn die Protagonistin Juliette ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie hat eine besondere, aber auch schlimme Gabe - ihre Berührung kann tödlich enden. Sie wird als unmenschlich wahrgenommen und daher gefangen gehalten. Seit mehreren Jahren hat sie nun schon eingesperrt. Die Welt draußen ist eine andere geworden. Eines Tages wird ihr Adam zur Seite gestellt, um sie zu bewachen, denn sie soll den Mächtigen als Folterwaffe dienen. Aber Adam ist jemand, den sie noch von früher kennt. Außerdem weckt er Gefühle in ihr, doch scheint er unerreichbar für sie zu sein. Haben sie dennoch eine Chance? Finden sie gemeinsam eine Lösung, um sich von Machthaber Warner abzuwenden?

Als ersten bin ich doch etwas ungewöhnlichen Schreibstil gestolpert. Er enthält durchgestrichen Gedankengänge von Juliette, aber auch Wortwiederholungen. Aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, findet man gut in die Geschichte hinein.

Im Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, dennoch gibt es ein paar Kritikpunkte. Ich hätte gerne erfahren, was mit der Welt passiert ist, mehr über den Hintergrunddetails. Die Story wird mehr auf das jetzige Geschehen verlagert und auch die Liebesgeschichte steht oftmals im Vordergrund. Dennoch passieren auch einige Dinge, die die Geschichte immer wieder vorantreiben und so doch spannend gestaltet ist.
Die Liebesgeschichte mag zwar etwas schnell gehen, aber Juliette und Adam kennen sich bereits und hatten schon damals Gefühle füreinander. Daher ist sie nicht zu abwegig und nachvollziehbar. Mir haben sie zusammen sehr gefallen.

Juliette hat es mit ihren Schicksal nicht leicht. Warum sollte man sie nicht für ein Monster halten, denn sie ist nun mal eine tödliche Waffe. Man merkt, dass sie mit sich zu hadern hat und sie möchte außerdem nicht die Kontrolle verlieren. Sie ist eine einsame gebrochene Seele, aber durch Adam wächst sie mehr aus sich heraus, da er sie nicht als Monster sieht, sondern den Mensch dahinter. Adam ist ein Soldat der Mächtigen, dennoch versucht er das richtige zu tun.
Auch die anderen Charaktere haben mir gut gefallen. Vor allem bei Warner bin ich gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt, was er wirklich mit Juliette vorhat. Obwohl Warner der 'böse' ist, hat er noch etwas geheimnisvolles an sich, was die Handlung auch noch etwas spannend macht. Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Geschichte noch in eine andere Richtung entwickelt.

Die Geschichte entfaltete sich dann doch noch etwas anders als erwartet. Natürlich gibt es in dieser Welt auch ein paar Rebellen und eine Untergrundformation. Trotzdem tappe ich noch etwas im Dunkeln, wie sich das Ganze in die dystopische Welt einfügt.
Obwohl die Handlung viele dystopische Elemente enthält, ist sie doch anders und außergewöhnlich. Dennoch finde ich das Zusammenspiel mit einer zerstörten Welt und den verschiedenen Kräften beeindruckend.

Die Grundidee des Buches konnte mich mitreißen, aber für mich gibt es definitiv noch etwas Luft nach oben. Aber ich bin auch gespannt, wie sich die Geschichte zwischen Adam und Juliette, aber auch Juliette und Warner weiterentwickelt.

Fazit:
Der Anfang der Geschichte ist etwas holprig, da der Schreibstil etwas ungewöhnlich ist. Aber wenn man sich hineingefunden hat, wird man von dem Geschehen mitgerissen. Die Liebeskonstellation steht zwar im Vordergrund, dennoch gibt es auch spannende Handlungsverläufe, die die Geschichte immer wieder vorantreiben. Eine Dystopie mit besonderen Gaben/Kräften, die etwas anders, aber beeindruckend ist. Auf den Fortgang des Geschehens bin ich schon sehr neugierig.

Bewertung: 4- / 5

Montag, 20. April 2020

[Rezension] Illuminae - Die Illuminae-Akten_01

Autoren: Amie Kaufman, Jay Kristoff

Titel: Illuminae - Die Illuminae-Akten_01

Verlag: dtv

Seiten: 608

Erscheinungsdatum: 13.10.2017

Preis: 19,95 € (Hardcover)

Klappentext:
"Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando."

Meine Meinung:

Schon lange hatte ich das Buch bei mir zu Hause im Regal stehen. Jetzt habe ich mich mal herangewagt, da die Aufmachung der Geschichte doch anders ist. Aber gerade das ist das interessante an diesem Buch.

Erst hatte ich meine Bedenken, wie sich aus den Notizen, Chatverläufen, Verhörformularen, Anweisungen etc. eine Geschichte entwickeln kann. Die Bedenken lösten sich sehr schnell auf und ich befand mich in einem spannenden Leseerlebnis.

Der Planet Kezena wird von einem feindlichen Schlachtschiff angegriffen. Gerade haben sich Kady und Ezra getrennt. Doch müssen sie sich wieder zusammentun, um sich gegenseitig zu retten. Jedoch kommen sie auf unterschiedliche Raumschiffe. Aber die Gefahr ist dadurch nicht gebahnt, da die Raumschiffe weiterhin von dem feindlichen Schlachtschiff verfolgt werden. Trotzdem droht auch innerhalb der Raumschiffe alles zusammenzubrechen, da die KI „Aidan“ durch einen Defekt ihren eigenen Willen durchsetzt. Zudem kommt es auch noch zu einem Virusausbruch. Welche Rollen werden Kady und Ezra in diesem ganzen Inferno spielen? Und werden sie wieder aufeinander treffen?

Ich bin eigentlich nicht so der Science-Fiction-Leser, dennoch hat mir die Kombination aus Raumschiffen, Virus und Liebesbeziehung sehr gut gefallen. Durch diese Elemente wird eine rasant-spannende Handlung gesponnen.

Die Protagonisten Kady und Ezra habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Kady kann sehr gut mit Computersystemen umgehen, ist zudem auch etwas stur, will sich immer wieder durchsetzen, aber sie muss zudem kämpfen und Mut beweisen. Dennoch wirkte sie sehr sympathisch. Aber auch Ezra ist ein toller männlicher Protagonist, obwohl er neben Kady eher etwas zurückhaltender wirkte. Einerseits kann man verstehen, warum sie sich getrennt haben. Aber anderseits sind sie ein tolles temperamentvolles Paar.

Man bekommt auch einen Einblick in die Gedankenwelt der KI „Aidan“, sodass man ihn auch irgendwie ins Herz schließt. Auch wenn er dann sein eigenes Ding durchzieht. Die Szenen waren auch sehr spannend geschrieben. Ich habe sie gerne gelesen.

Einfach ein cool gestaltetes Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Ich bin wirklich sehr begeistert, was ich zu anfangs nicht gedacht hätte. Auch die Themen sind toll gewählt. Eine Mischung aus Science-Fiction und Dystopie. Durchaus kann man einiges auf aktuelles reales Geschehen überleiten.

Das Buch besticht durch Ideenreichtum des Autorenduos. Es ist einfach sehr originell gestaltet. Durch die unterschiedlichen Texte (Protokolle, Chatverläufe, etc.) kommt es trotzdem zu einem sogartigen Lesefluss. Es entstehen trotz der Aufmachung keine Lücken und man kann dem Geschehen sehr gut folgen. Es tauchen zwar einige Fachbegriffe auf, aber diese sind nicht störend. Man kann eher durchaus noch etwas dazulernen.

Man bekommt viel Nervenkitzel und Gänsehaut geboten. Einige Schockmomente rauben einem auch manchmal dem Atem, sodass man immer wieder mitfiebert, aber auch um die Protagonstin Kady bangt.

Fazit:
Einzigartig, originell, rasant, spannend, abwechslungsreich. Kein normales Buch, aber gerade das ist das Besondere daran. Man wird dennoch durch die verschiedenartigen Dokumente an die Geschichte gefesselt. Zudem sind toll gezeichnete Charaktere mit von der Partie. Einfach ein tolles Leseabenteuer, von dem man sich mitreißen lässt.

Bewertung: 5-/5

Samstag, 18. April 2020

[Rezension] Das Mädchen aus Brooklyn

Autor: Guillaume Musso

Titel: Das Mädchen aus Brooklyn

Verlag: Piper

Seiten: 496

Erscheinungsdatum: 03.07.2018

Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

Klappentext:
"Raphaël ist überglücklich, bald wird er seine große Liebe Anna heiraten. Doch kurz vor ihrer Hochzeit offenbart Anna ihm ein finsteres Geheimnis. Sie zeigt ihm das Foto dreier Leichen und gesteht: »Das habe ich getan.« Raphaël ist schockiert. Doch ehe Anna sich ihm erklären kann, verschwindet sie spurlos. Raphaël bittet seinen Freund Marc, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam setzen sie alles daran, seine Verlobte wiederzufinden. Es ist der Beginn einer dramatischen, atemlosen Suche nach der Wahrheit, die sie bis in die dunklen Straßen von Harlem und Brooklyn führt. "

Meine Meinung:

Durch den vielversprechenden Klappentext ist das Buch auf meine Wunschliste gelandet. Zu Weihnachten habe ich es dann geschenkt bekommen. Es ist das erste Buch, was ich von Guillaume Musso gelesen habe.

Die Geschichte ist schon zu Anfang spannend gestaltet, sodass man schnell im Geschehen ist. Raphael und Anna sind glücklich verliebt und stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Da sie sich trotzdem noch nicht solange kennen, möchte Raphael noch mehr über die Vergangenheit von Anna erfahren. Schwerlich rückt Anna mit einer schockierenden Wahrheit heraus, die Raphael fliehen lässt. Jedoch verschwindet Anna danach spurlos. Raphael begibt sich mit seinem alten Polizistenkumpel Marc auf die Suche nach ihr und ihrer Vergangenheit. Die Suche geht von Frankreich bis über zu New York. Mit dabei ist auch Raphaels Sohn, Theo.

Der Autor hat einen flüssigen, aber doch detailreichen Schreibstil. Zu einem war er gut, um sie die Gegenden und Orte sehr schön bildlich vorzustellen. Gerade die Beschreibungen von New York fand ich sehr schön, da ich letztes Jahr erst dort war. Ich konnte mich dort gut hinversetzen. Zum anderen waren mir manche Beschreibungen zu detailreich, sodass er manchmal in den Handlungen etwas abschweifte.

Zudem wird aus dem Perspektiven von Raphael und Marc erzählt, die aber nicht immer geradlinig verlaufen. Durch diese ergeben sich aber verschiedene Handlungsstränge, die dann wieder ineinander verlaufen. Charakterlich habe ich den Bezug mehr zu Raphael gefunden, da er mir sehr klug und bodenständig vorkam.

Am Anfang jeden Kapitels ist ein Zitat zu lesen, was ich sehr schön fand.

Die Geschichte ist durchgehend spannend gestaltet, da man immer ein paar Happen bekommt, die Fragen aufwerfen und miträtseln lassen. Nach und nach erfährt man mehr von Annas Vergangenheit. Aber auch Handlungsstränge, die sich daraus ergeben, fügen sich am Ende zusammen.

Der Roman ist zwar auf eine Liebesgeschichte sowie Krimi ausgelegt, dennoch wird das Augenmerk auf die Ermittlungen und Nachforschungen gelegt. Dadurch spielen in dem Buch Emotionen keine große Rolle, was mich aber nicht störte. Für mich war die Liebesthematik nebensächlich. An manchen Stellen wird es auch etwas politisch, aber trotzdem kann man dem Geschehen sehr gut folgen. Spannung kommt immer wieder durch Hinzufügen von Nebenhandlungen auf, die überraschend sind und sich einfügen. Auch manche Auflösungen sind unerwartet und ergeben ein in sich schlüssiges Konstrukt.

Auf der Spurensuche tauchen auch einige Nebencharaktere auf, die sich mit in das Konstrukt einfügen. Manche sind von größerer Bedeutung. Jedoch konnte ich mir manchmal die Namen nicht ganz so gut merken, dennoch konnte ich der Geschichte gut folgen.

Fazit:
Eine durchaus spannende Geschichte, die mich miträtseln lies. Die verschiedenen und detailreichen Handlungsstränge ergeben am Ende ein großes Ganzes, nur manche Beschreibungen waren etwas zu ausschweifend. Guillaume Musso konnte mich aber dennoch mit seinem spannenden und bildlichen Schreibstil überzeugen.

Bewertung: 4 / 5